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Die ungarische Tanzhaus-Bewegung

Hell, Julia (2009) Die ungarische Tanzhaus-Bewegung. Hungarian Studies, 23 (2). pp. 223-246. ISSN 0236-6568

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Abstract

Ein typischer Tanzhaus-Abend ist geprägt von einer ausgelassenen Stimmung unter jungen Menschen, Gemeinschaftsgefühl und aktiver Teilnahme an der Reproduktion von Volksmusik und Volkstanz. Vor allem junge Intellektuelle setzten sich aus Unzufriedenheit mit der staatlich gelenkten „sozialistischen Folklore“ auf ihre eigene Art mit der ungarischen Volkskultur auseinander. Das ungarische Tanzhaus hat sich seit der ersten Veranstaltung im Jahre 1973 von einer teilweise politisch motivierten Bewegung zu einer Tanzhaus-Szene entwickelt, die heute ihren festen Platz in der ungarischen Unterhaltungskultur einnimmt. In der von Fortschrittsdenken und Schnelllebigkeit geprägten Moderne wird durch die Tanzhaus-Enthusiasten bewusst auf die Güter der ungarischen Volkskultur zurückgegriffen. So wird eine neuartige, experimentelle Auseinandersetzung mit traditioneller Musik und den entsprechenden Tänzen gefördert. Das ungarische Tanzhaus als Retrokultur vereint Traditionsbehaftetes mit Neuartigem und stellt demnach eine an moderne Ansprüche angepasste Form der Volkskulturpflege dar. Somit besteht die besondere Rolle der Tanzhaus-Bewegung sowie der heutigen Tanzhaus-Szene für die Volkskultur in der Moderne darin, dass bei den Veranstaltungen ein für ihr Fortbestehen notwendiges Bild vermittelt wird: Volkskultur ist nichts Vergangenes oder Vergehendes, sondern etwas Gegenwärtiges.

Item Type: Article
Subjects: H Social Sciences / társadalomtudományok > H Social Sciences (General) / társadalomtudomány általában
Depositing User: Ágnes Sallai
Date Deposited: 17 Aug 2016 11:50
Last Modified: 17 Aug 2016 11:50
URI: http://real.mtak.hu/id/eprint/38838

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